SPIRIT Projekt – Psychische Gesundheit für Geflüchtete in der Schweiz stärken
1. Projektübersicht
SPIRIT ist ein schweizweites Pilotprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheit von Geflüchteten.
Das Projekt wird von Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) und dem Universitätsspital Zürich (USZ) gefördert. Die erste Phase läuft von 2020 bis 2025 mit dem Ziel einer langfristigen Implementierung in die regulären Gesundheitsstrukturen.
Grundlage des Projekts ist Problem Management Plus (PM+), ein von der WHO entwickeltes, evidenzbasiertes und kultursensibles Unterstützungsprogramm zur Reduktion psychischer Belastungen.
2. Beteiligte Kantone
SPIRIT wird in neun Kantonen von Implementierungspartner umgesetzt:
Bern, Baselland, Basel-Stadt, Luzern, Thurgau, Schaffhausen, Schwyz, Waadt und Zürich

3. Hintergrund & Bedarf
Geflüchtete Menschen sind häufig mit komplexen Belastungen konfrontiert:
- Angst, Depression, traumabezogene Symptome
- Chronischer Stress und somatische Beschwerden
- Sprach- und Integrationsbarrieren
- Stigmatisierung psychischer Erkrankungen
- Mangel an psychiatrischen Fachpersonen und Dolmetschenden
SPIRIT adressiert diese Versorgungslücken durch ein niederschwelliges, skalierbares und kultursensibles psychosoziales Angebot.
4. Ziele des Projekts
Hauptziele
- Verbesserung des Zugangs zu psychosozialer Unterstützung
- Stärkung der Resilienz der Teilnehmenden
- PM+ als erste Stufe im Stepped-Care-Modell etablieren
- Einsatz erstsprachiger Assessor*innen zur Qualitätssteigerung
- Nachhaltiger Kapazitätsaufbau in Communities
- Aufbau eines Schweizer Netzwerks von Organisationen, die mit Geflüchteten arbeiten
Wissenschaftliche Begleitung
Begleitende Wirkungsstudie BRIGHT im Kanton Zürich mit:
- ETH Zürich (Institut für Public Health – IPL)
- University of New South Wales (UNSW)
Die Gesamtevaluation wird durchgeführt durch:
- B&A (Beratungen und Analysen)
5. Was ist PM+?
PM+ ist ein fünfsitziges psychosoziales Training, das einfache und wirksame Strategien vermittelt, um belastende Emotionen, Stress und Alltagsprobleme zu bewältigen und die Selbstwirksamkeit zu stärken.
Kernelemente von PM+
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Entwickelt von | WHO (World Health Organization) |
| Art der Intervention | Kurz, transdiagnostisch, evidenzbasiert |
| Dauer | 5 Sitzungen zu je ca. 90 Minuten |
| Zielgruppe | Personen mit Stress, Angst, Depression, Alltagsbelastungen |
| Sprachen | In über 30 Sprachen validiert |
| Verbreitung | In über 100 Ländern implementiert |
| Durchführung | Geschulte Laientherapeutinnen („Helperinnen“) |
Hinweis: PM+ ersetzt keine Fachtherapie – es dient als erste niedrigschwellige psychosoziale Unterstützung.
6. Internationale Bedeutung von PM+
PM+ wird weltweit in medizinischen, humanitären und krisenbezogenen Kontexten eingesetzt.
Es gilt als eines der am weitesten international verbreiteten psychosozialen Programme der WHO.
7. Umsetzung im Projekt
Training & Qualifikation der Helper*innen
| Anforderung | Beschreibung |
|---|---|
| Ausbildung/Erfahrung | Laufende oder abgeschlossene Hochschulbildung oder Erfahrung im sozialen Bereich |
| Trainingssprache | C1-Niveau in Deutsch, Französisch oder Englisch |
| PM+-Training | 8‑tägiges Grundtraining + Übungsfälle unter laufender Supervision |
| Community-Sprachen | Arabisch, Farsi/Dari/Persisch, Kurdisch, Paschtu, Russisch, Tamilisch, Tigrinya, Türkisch, Ukrainisch |
Qualitätssicherung
- EQUIP-Qualitätsinstrument der WHO vor und nach der Ausbildung
- Regelmässige Supervision durch Fachpersonen
- Laufende Refresher-Trainings für Helper*innen
8. Projektstand & Kennzahlen (2020–2025)
Kapazitätsaufbau
| Kategorie | Anzahl |
|---|---|
| Ausgebildete PM+ Trainerinnen / Supervisorinnen | > 10 |
| Geschulte PM+ Helper*innen | > 140 |
Assessments & Interventionen
| Bereich | Anzahl |
|---|---|
| Evaluations-Assessments vor PM+ | > 1’600 |
| Abgeschlossene PM+-Interventionen (5 Sitzungen) | > 950 |
| Evaluations-Assessments nach PM+ | > 600 |
| Triage-Empfehlungen an weiterführende Angebote | > 250 |
9. Wirkung & Zwischenergebnisse
Teilnehmende berichten nach PM+ von:
- deutlicher Reduktion von Angst, Depression und PTBS-Symptomen
- weniger somatischen Beschwerden
- verbesserter Lebensqualität und Alltagsfunktionalität
- gestärkter Selbstwirksamkeit
- erleichtertem Zugang zu weiterführender Versorgung
Die Ergebnisse sind signifikant und stimmen mit internationalen PM+-Wirkungsstudien überein.
- Verbesserter Lebensqualität und Alltagsfunktionalität
- Gestärkter Selbstwirksamkeit
- Erleichtertem Zugang zu weiterführender Versorgung
Die Ergebnisse sind signifikant und decken sich mit internationalen PM+-Studien.
10. Wissenschaftliche Literatur
11. SPIRIT auf Social Media
Für Fachpersonen
LinkedIn: SPIRIT Network USZ UZH
https://www.linkedin.com/company/98320123/
Für Geflüchtete
Facebook: SPIRIT Projekt
https://www.facebook.com/people/Spirit-Projekt/61554911666020/
Instagram: spirit_project_ch
https://www.instagram.com/spirit_projekt_ch/
12. Kontakt & Anmeldung
Anmeldung für PM+
Betroffene können sich hier kantonsübergreifend anmelden:
Kooperation & Mitarbeit
Bei Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem SPIRIT-Projekt:
📧 spirit@usz.ch
